Back to the roots

Wenn wir weit zurückdenken und unsere Kindheitsgeschichten aufrollen, so kommen da einige Erinnerung an den Wald zum Vorschein. Wir bauten Waldhütten und stürmten in Banden organisiert die ‚Waldfestungen’ der Anderen. An Mittwochnachmittagen strielten wir durch die Wälder auf der Suche nach Pilzen. Wir schnitzten aus Hasel Pfeil und Bogen und begaben uns auf die Jagd, wenn auch immer ohne Beute zu erlegen. Der Wald als Erholungsort, also Ort der Ruhe genossen wir schon als Kinder.

 
Stefan absolvierte nach der Schulzeit eine Forstwartlehre im Forstbetrieb Wettingen. Im Winter, wenn die Holzhauereiarbeiten im Gange waren, wurde das Mittagessen in den geheizten Mannschaftswagen eingenommen. Während dem Mittagessen wurden die nassen Kleider an die Hacken gehängt, der Schwedenofen bis oben mit Holz gefüllt und bald waren Saunaähnliche Verhältnisse geschaffen. Nur Weicheier oder Schnupperstiften getrauten sich die Türe zu öffnen um frische Luft einzulassen!

 
Geschichten von unvergesslichen Mittagessen gelangten bald schon zu Kollegen. Damit war die Idee geboren, an einem Samstag Abend eine Mannschaftswagenparty steigen zu lassen. Schwer beladen mit Gepäck wobei natürlich ein Transistorradio nicht fehlen durfte, pilgerten wir schon bald bei nächtlicher Dunkelheit zu einem forstbetriebeigenen Mannschaftswagen. Die Part y ging zu viert bis in die frühen Morgenstunden. Von dieser ersten Mannschaftswagenparty weg planten wir jeden Winter mindestens einen Ausflug um unser schon bald in Tradition geratenes Waldwinterfest zu feiern.

 
Im Dezember 2002 kauften wir, nun schon 5 Kollegen, einen alten, fast zusammengefallenen Mannschaftswagen. In wochenlanger Arbeit schufen wir aus dem Frack ein edler, aufs feinste isolierter Mannschaftswagen. Innen und Aussenverschalungen der ersten Klasse, die Stereoanlage und ein ausgeklügeltes Wärmetauschersystem liessen unseren eigenen Mannschaftswagen entstehen. Es war unsere Errungenschaft, ja unser Stolz! Ein Bijou das man sonst wohl nirgens anzutreffen vermag und eben auch eine grosse Stange Geld kostete. Die einen unserer Gruppe waren noch im Studium und hatten kein Geld um die eher grossen Auslagen zu decken. Not macht erfinderisch und so organisierten wir uns eine Gartenholzhauerei um das finanzielle Loch, welches der Umbau von unserem MS-Wagen regeneriert hat, zu stopfen.

 
Es wäre etwas plump, wenn wir nur Gartenholzhauereien ohne wirklichen ‚Geschäftsnamen’ tätigen wollten. Wir brauchten einen rassigen, überzeugenden Auftritt unseres Teams. Uns war klar, dass es eine klare Marketingstrategie dazu brauchte. Bei einem Bier kamen die wahnsinnigsten Ideen zusammen. Wenn es ein A-Team im Fernsehen gibt, das alle Verbrecher dingfest machen kann, dann müssen wir ein F-Team (Forstteam) haben, das jeden gefährlichen Baum aus dem Garten entfernen kann. Mit diesem Abend, war das Forstteam geboren. Von nun an, hatten wir eine organisierte Gruppe, welche einen Namen hatte und Bäume jeder Grösse aus den Gärten im Siedlungsgebiet entfernte.

 
Aufträge ergaben sich fast ausschliesslich durch Mund zu Mund Propaganda und schon bald hatten wir das in den Mannschaftswagen investierte Geld in einer Kasse wieder gesammelt. Von nun an konnten wir sogar die Kosten der alljährlichen Mannschaftswagenfeste und Betriebsausflüge durch den Erlös der Spezialleinsätze decken.

 
Langsam nahmen die Aufträge an der Zahl zu und zwischendurch wuchs uns die Auftragslage fast über den Kopf. Samstag für Samstag verbrachten wir in den Gärten und bewiesen den Kunden unsere wachsende Kompetenz in der Kunst des Bäume Stückens. Mit grossem Flair für Sicherheit konnten wir bis Heute einen Unfall vermeiden. Trotzdem mussten wir uns besser organisieren und abstützen. Heute ist das Forstteam ein Verein, der mit einer soliden Vereinsversicherung gegenüber Schäden an Dritten gedeckt ist. Der Erlös aus der Vereinsarbeit (Holzerei) kommt vollumfänglich der Vereinstätigkeit zugute, welche inzwischen sehr ausgeprägt Platz gefunden hat. Wir sind füreinander nicht nur Kollegen, sondern Freunde, die durch Dick und Dünn gehen.

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